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Krka Enduro Raid 2016

Krka2016TracksFotoalbum Krka 2016

Nach der Teilnahme letztes Jahr war klar, hier muss ich wieder her. Petra sah das genauso. Einzig suboptimal war 2015 unsere Unterkunft. Nicht diese selbst sondern die Lage. Ca. 10 km außerhalb Primosten mussten wir zu jedem Event, Einkauf, Essen und sonstigen Aktivitäten auf’s Bike steigen und fahren. Daher entschieden wir uns dieses Jahr:
a) im Hotel Zora, das auch vom Veranstalter genutzt wird, abzusteigen und
b) ein paar Tage mehr Urlaub um den Event herum einzuplanen.

Nachdem der Winter 2014/15 extrem mild und praktisch schneefrei war holte Frau Holle Ende April nochmal sämtliche Zudecken heraus, um sie ordentlich auszuschütteln. Durchaus gespannt waren wir beide daher bei unserer Anreise auf eigener Achse, ob die Pässe, über die wir wollten, denn am 30. April überhaupt schon passierbar sein würden. In Obertauern hatten sie tatsächlich die Saison verlängert und wir zahlten daher lieber den Maut für die beiden Tunnel, als das Experiment zu wagen.

Unsere vorab gebuchte Unterkunft nach Tag 1 der Anfahrt war gemessen am Preis allererste Sahne. Für das Deluxe-Zimmer mit Balkon und Meerblick inkl. Halbpension zahlten wir im Hotel Esplanade in Crikvenica gerade einmal 30,- Euro pro Nase. Na gut, die Änderung der Einbahnstraßen-Regelung war bei meinem GPS noch nicht ganz angekommen und die Anfahrt vor das Haus daher etwas beschwerlich. Auch würde ich in diesem ehemaligen Tempel Sozialistischer Herrlichkeit nicht gerade meinen Jahresurlaub verbringen, doch für den wohl verdienten Nachtschlaf zweier urlaubsreifer Biker war das schon sehr ok.Anreise im Regen

Am nächsten Tag schiffte es dann aus Eimern. Frau Holle war von Daune auf Wasserbett umgestiegen. Nach über 200 km Küstenstraße im Wolkenbruch gaben wir schließlich auf und unterstützten den kroatischen Straßenbau auf den letzten 60 Kilometern mit dem Maut für die Autobahn sobald diese sich dem Meer näherte.

Die warme Dusche - diesmal aus der Brause unseres Badezimmers im Hotel Zora - war dann auch mehr, als nötig, um uns wieder aufzuwärmen. Auch hier postsozialistischer Zweckbau doch auf durchaus hohem Niveau. Wir waren happy, das Hotel gewählt zu haben.

Kommenden Tags und angesichts weiter schlechten Wetters, tatsächlich ein Besuch erst im Fitness-Center und anschließend in der Sauna. Doch dann riß es auf und wir beide sprühten förmlich vor Energie. An Tag 2 in Primosten ließen wir es voll krachen und sahen uns erst Trogir und dann Split an. Dass Split wohl über eine kulturhistorische Vergangenheit aus der Antike verfügen muss, wurde mir erst bewusst, als lauter verkleidete Römer vor Tempelruinen mit Plastikschwertern vor den anwesenden Touristen herumfuchtelten.

Krka NationalparkDie Krka-Raid hat ihren Namen vom Krka Nationalpark mit seinen unzähligen Wasserfällen, ca. 30 km entfernt von Primosten. Bevor am Abend dieses 2. Sightseeing- Tages unsere Freunde eintreffen sollten, wollten Petra und ich uns life von der Schönheit dieser Landschaft überzeugen. Die letzten Meter hinein in die Schlucht brachte uns ein Schiff zum Skradinski Buk und was wir dort an traumhaft schöner Natur sahen ist tatsächlich unbeschreiblich.

Tatsächlich war das dann auch schon fast mit “Urlaub”. Es war bereits Donnerstag und tröpfchenweise kamen die restlichen Mitstreiter für die morgen beginnende Raid an. Am Spät-Nachmittag saß unser “Team” schließlich auf der Terrasse des Hotel Zora und ließ sich das erste Bier schmecken. Um 21:00 Uhr dann Briefing, wobei es bei dieser Veranstaltung nicht allzuviel zu briefen gibt, hat man bereits einmal teilgenommen. Es gibt je Tag einen Rundkurs von ca. 160 km Länge mit geschätzten 80 % offroad-Anteil. Dieser ist für Reiseenduros vom Schlage einer GS und für Quads freigegeben. Daneben verschiedene “hard”- Sektionen, die aufgrund des Geländes nur von leichten Sportenduros befahren werden dürfen (und nach den Bildern, auch nur von diesen befahren werden sollten).The Team

Über 300 Teilnehmer waren angemeldet. Die Startaufstellung erfolgt in drei Gruppen, die erste innerhalb der Mauern von Primosten, die beiden anderen an der Mole außerhalb. Das “Team”, Prelo (HP2), Thorsten (Husaberg), Werner (12er GS LC) und ich (R100GS), wählten von Beginn an Gruppe 3, um a) nicht um sieben die Bikes hinüber schieben zu müssen (ja schieben, der Platz war nämlich frisch gepflastert) und b) da wir es gemütlich angehen lassen wollten.

So war er dann auch, gemütlich. Neben einer kleinen Reifenpanne und der Suche nach Druckluft für den Dämpfer der HP2 keine besonderen Vorkommnisse. Nur traumhafte Landschaft, super Strecken und die Möglichkeit, einen Tag lang die GS einmal in richtig schönem Endurogelände bewegen zu können. Ok, dieses Jahr hatte ich nicht ganz so viel Gas gegeben. 2015 durfte ich wegen der Steine, die vom Vorderrad wohl ans Hinterrad geschleudert wurden 2 Speichen ersetzen. Das musste sich in 2016 nicht wiederholen. Auch ist das Fahrwerk der R100GS nicht wirklich auf Dauer für derartiges Gelände optimiert. Man merkt einfach den Unterschied zu moderneren Konstruktionen, dennoch, wollte man es “wissen” ist mit diesem Bike alles möglich.

So auch am 2. Tag, als nach einer nicht enden wollenden Steilauffahrt mit Kopf- großen Felsen und viel losem Geröll oben einer auf einem 2-Tackter meinte: “Mit den schweren 2-Zylindern kommt da wohl keiner rauf” und ich - gerade in dem Moment aufgetaucht - Ihn nur angrinste.

StrandrundeLetztes Jahr hatte ich gekniffen, dieses Jahr nicht. Abschluss eines jeden Tages ist die “Strandrunde”. Ein Enduroparkour in tiefem Kies am Strand rund um die Halbinsel, auf der das Hotel Zora steht. Mit Baggern wurden extra Hügel aufgeschüttet und, dass das hier eine Schinderei werden würde, war klar. Schon beim Start grub ich mich mit dem Hinterrad fast ein und konnte auch während der Strecke kaum genug Tempo aufbauen, damit das Bike auf dem Kies aufschwomm. Dennoch, eines war mir sicher, die Aufmerksamkeit des Publikums. Ein 1000er Boxer mit Zach-Auspuff, und dann unter Last, lässt jeden aufschauen.

Best Bike everDass Prelo und ich nur auf Rang 4 und 5 der 2-Zylinder Klasse landeten lag wohl ein Stück weit daran, dass Honda hier die neue Afrika Twin mit zwei extrem guten Fahrern präsentierte und der dritte ebenfalls einfach besser war.

Doch das, was mich immer wieder begeistert und der Grund, warum für mich dieses 24 Jahre alte Motorrad zu den genialsten Bikes überhaupt gehört: Nach 2 Tagen Enduro auf den gröbsten Geröllstrecken, schraubst Du die Spiegel wieder an, stellst die Hebel wieder für das Fahren im Sitzen ein, schraubst die Koffer an und fährst vollkommen entspannt 750 km nach Hause.

Natürlich geht das mit anderen Bikes auch - theoretisch - doch es macht keiner!

 

>>Video Krka Enduro Raid 2016


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