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Fahrtips

Wie gesagt, ich bin kein besonders guter Fahrer, ein paar Sachen konnte aber zum Glück auch ich mir einbleuen.

Es gibt einige, wenige Dinge, die man wissen sollte, der Rest ist schlichte Routine, also “Machen”. Oberste Priorität hat die Protektion, sprich angepasste Kleidung mit Protektoren und passende Stiefel.

1. Sitzposition
Die Überschrift ist für sich schon Unsinn. Wir sitzen nämlich nicht im Gelände, sondern fahren im Stehen. Ich will aber nicht “Fahrhaltung” schreiben, das kommt nämlich noch.
Entspannt und aufrecht stehen wir über dem Motorrad, solange es geradeaus geht. Die Armaturen, Brems- und Ganghebel haben wir vorher entsprechend eingestellt, damit wir sie im Stehen bequem bedienen können.

2. Wegrutschen
Damit meine ich das “unkontrollierte” Wegrutschen, vor dem jeder Angst hat, der (das erste Mal) ins Gelände geht. Wie entgegnet man dem?
Zum einen heißt es, erst mal Druck abzulassen, und zwar in den Reifen. 1,5/1,7 vorne/hinten sind eine gute Hausnummer. Dadurch schmiegt sich der Reifen besser um das ganze Zeug, was da herumliegt und findet leichter Grip.
Dann geht es auch schon an die Fahrphysik: Stellen wir uns vor unserem geistigen Auge das Motorrad in Schräglage vor - ohne uns drauf. Der Schwerpunkt ist in der Kurve nach innen verschoben, das Motorrad würde ohne die Fliehkraft umfallen und die Räder müssen das Bike gegen die resultierende Kraft am Wegrutschen hindern.
Jetzt kommen wir ins Spiel und belasten die Fußrasten gleichmäßig (wir stehen), An der Kraft, die auf das Motorrad wirkt, ändert sich kaum etwas. Belasten wir jetzt die innere Fußraste, wandert der Schwerpunkt noch mehr in Richtung Schräglage. Also machen wir das einzig Sinnvolle, wir belasten grundsätzlich immer die äußere Fußraste, wenn wir in eine Kurve gehen.

3. Fahrhaltung
Die “normale” Haltung ist aufrecht und bequem, stehend auf dem Motorrad.
Welches Rad ist für einen Richtungswechsel verantwortlich? Das vordere. Welches Rad macht es also Sinn, in einer Kurve zu belasten? Richtig - das vordere. Es kann uns einigermaßen piepegal sein, wenn jetzt das Hinterrad wegschmiert (Drift) solange wir Kontrolle über das Vorderrad haben.

4. Bremsen
Gebremst wird im Gelände möglichst nur hinten. Der Grund dürfte auf der Hand liegen. Blockiert das Vorderrad, ist keine Kontrolle über das Motorrad mehr möglich.
ABS muss im Gelände ausgeschaltet werden. Habt Ihr ein Bike, bei dem das nicht geht, ist das ziemlich schlecht. Die Bremswirkung ist auf losem Untergrund ohne ABS um ein vielfaches besser. Mit ABS ist sie aufgrund des Losen Untergrunds und schnell blockierender Räder nahezu wirkungslos. Gut ist die Enduro-Lösung von BMW, die vielleicht auch andere Hersteller anbieten. Bei Fahrmodus “Enduro(Pro)” wirkt das ABS nur auf das Vorderrad, was perfekt ist.

5. Blickrichtung
Oberstes Gebot ist, dahin zu schaun, wohin man fahren will. Schaue ich den Stein an, treffe ich den Stein, schaue ich den Abhang an, zieht es mich magisch zu ihm hin. Also neben den Stein schaun, dahin, wo ich vorbeifahren möchte. In der Spurrinne ein paar Meter voraus in die Mitte, in der Kurve zum Kurvenausgang, usw.

Zusammengefasst:
- Geradeaus: Aufrecht stehen oder auf längeren, leichten Passagen auch sitzen
- Kurve: Gewicht auf das Kurvenäußere verlegen und Vorderrad belasten.
- Bremsen: Möglichst nur hinten, auf blockierendes Vorderrad achten.
- Blickrichtung ist alles: Dorthin, wohin ich schaue, fahre ich auch hin.


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